Amnesty International prangerte Folter an

Am ai-Informationsstand vor dem Burgdorfer Rathaus I machte Erika Büchse (li.) am Internationalen Tag gegen Folter (26. Juni) auf das Schicksal des iranischen Studenten Sayed Ziaoddin Nabavi (re.) aufmerksam. (Foto: Georg Bosse)

Infostand vor dem Burgdorfer Rathaus I

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Systematische oder weit verbreitete Folterpraktiken stellen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar. Zum Internationalen Tag gegen Folter am vergangenen Mittwoch, 26. Juni, erinnerte die Amnesty International-Gruppe Burgdorf/Burgwedel mit einem Infostand vor dem Burgdorfer Rathaus I an der Marktstraße daran, dass Folter und Misshandlung trotz absolutem Verbot immer noch weit verbreitet sind.
Obwohl das Verbot von Folter und Misshandlung für alle Staaten rechtlich verbindlich ist, wird das Verbot von Regierungen weltweit missachtet und ihre Anwendung mit dem Hinweis auf die nationale Sicherheit und die Terrorbekämpfung gerechtfertigt. Für die ai-Gruppe (1005) Burgdorf/Burgwedel ist dafür der Fall des iranischen Studenten Sayed Ziaoddin Nabavi exemplarisch. „Der 27-Jährige wurde zusammen mit Sympathisanten während eines regierungskritischen Sitzstreiks im Juni 2009 festgenommen. Nabavi wurde im Januar 2010 zu 15 Jahren Haft sowie zu 74 Peitschenhieben verurteilt. Im darauf folgenden Mai wurde die Haftstrafe auf zehn Jahre reduziert und die Prügelstrafe vorerst ausgesetzt“, schildert Erika Büchse, Gruppenvorsitzende von ai Burgdorf/Burgwedel, die unverhältnismäßige und herabwürdigende Behandlung von Sayed Ziaoddin Nabavi in der Islamischen Republik Iran. Außerdem sei zu befürchtet, dass er sich derzeit an einem geheimen Ort in Einzelhaft befindet und Berichten zufolge im Laufe der Verhöre geschlagen, getreten und gedemütigt wurde. Die ai-Gruppe Burgdorf/Burgwedel hat sich des Schicksals von Sayed Ziaoddin Nabavi besonders angenommen. Deshalb warb die Trägerin der Burgdorfer Bürgermedaille um Unterschriften, um mit einem Appellbrief (Petition) an den iranischen Justizminister in Teheran die bedingungslose und sofortige Freilassung Nabavis zu fordern.