"Altes erhalten"

In der Heimatstube Höver wird Vergangenes wieder lebendig, v.l. Hans-Heinrich Lüpke, Gieslind Prokscha und Ortrud Holaschke.

Mit der Heimatstube in die Vergangenheit Hövers reisen

HÖVER (dno). Wer die Heimatstube in Höver betritt, taucht ein in eine Welt, in der Bügeleisen noch mit Kohle funktionierten und Schulbänke noch Vertiefungen für Tintenfässer hatten. Hier finden sich neben Schautafeln mehr als 400 Exponate, die liebevoll und engagiert zusammen getragen wurden. Die Ausstellungsstücke wurden der Heimatstube ausgeliehen oder überlassen, teilweise auch erworben. So wie beispielsweise die Fibel aus dem Jahr 1845, die so auch an den Höver Schulen genutzt wurde. Das Buch ist Teil der Wechselausstellung "Schule", die noch bis zu den Sommerferien in der Heimatstube zu sehen ist. Hier finden sich auch eine Schulbank, eine Uhr mit Original-Schulglocke, viele Utensilien wie Ranzen, Brottasche oder Schreibbretter. Wer sein Talent unter Beweis stellen möchte, kann sich am Lesen der Schrifttafeln versuchen. Zum Herbst wird es dann eine neue Ausstellung geben, voraussichtlich zum Thema "landwirtschaftliche Geräte", verrät uns Manfred Holaschke.
Die Heimatstube ist mit einem Namen ganz eng verbunden: Willi Fischer. In den 60er Jahren fing der damalige Friseurmeister an, die ersten historischen Gegenstände zu sammeln. Erst waren es hauptsächlich Lampen, doch nach und nach sprach sich seine Sammelleidenschaft herum und es kamen zahlreiche Objekte mit dazu. Etwa zwanzig Jahre später übernahm Sohn Lothar die Sammlung und am 7. September 1986 wurden die Exponate erstmalig ausgestellt. Danach gingen die Relikte auf Wanderschaft, vom Forum der Grundschule in das Forum der Verwaltungsnebenstelle bis in die Turnhalle. Im Jahr 1996 wurde dann ein Großteil der Ausstellungsstücke der Stadt sowie der Heimatstube überlassen, die 2003 offiziell im Rahmen des Ortsfestes in den ehemaligen Räumlichkeiten der Feuerwehr wieder eröffnete. Seit Mai 2012 wird die Heimatstube vom Heimatbund "Unsere Höver" betreut. Im Zuge des Umbaus und der Renovierung gab es nicht nur einen neuen "Anstrich" sondern auch 2017 ein neues Konzept. "Im vorderen Raum gibt es nun Ausstellungen zu bestimmten Themen, so können wir die Exponate mal wechseln", erklärt Manfred Holaschke. Neben der Heimatstube hat der Heimatbund "Unsere Höver" ein Archiv, in dem viele Schriftstücke und Bilder über den Ort gesammelt werden. Eine Archivgruppe wertet diese Unterlagen aus und erarbeitet Hefte zu verschiedenen Themen.
Schulklassen und Kindergärten sind jederzeit herzlich willkommen, die Ausstellung zu besuchen. "Erst kürzlich war wieder ein Kindergarten zu Besuch. Ein Junge fragte, ob wir hier auch Dinosaurier hätten", erzählt Holaschke schmunzelnd, "Er gab sich dann auch mit den Fossilien aus dem Steinbruch Höver zufrieden, die überwiegend von Günther Scharnhorst zusammen getragen wurden."
Wer jedoch genauer hinschaut, wird in einer Vitrine nun auch einen kleinen Plastik-Dino finden, der nach dem Besuch der Kita in den Schaukasten gestellt wurde. Einer, der vielen kleinen Details, die sich in der Heimatstube Höver lohnen zu entdecken!