Als der Rock´n´Roll noch schwarz war...

Wann? 05.04.2010 17:00 Uhr

Wo? KulturWerkStadt, Poststraße 2, 31303 Burgdorf DE
Chris Ebner berichtet am 5. April über die „schwarze Seite“ des Rock´n´Roll. Foto: VVV Burgdorf (Foto: VVV Burgdorf)
Burgdorf: KulturWerkStadt |

Hörenswerter Vortrag von Chris Ebner zur Rock´n´Roll-Ausstellung am 5. April

BURGDORF (r/jk). Am Ostermontag, 5. April, neigt sich die Rock´n´Roll-Ausstellung mit einem Vortrag in der KulturWerkStadt (Poststraße 2) ihrem Ende zu. Chris Ebner stellt ab 17.00 Uhr unter dem Motto „Tutti frutti – die schwarze Seite des Rock'n'Roll“ seine Ansichten über den Rhythm & Blues und die schwarzen Ursprünge des Rock´n´Roll vor. „Tastenzauberer“ Andy Lee veranschaulicht die aufschlussreichen Informationen Ebners auf dem Piano.
Zu Beginn war der Rock´n´Roll schwarz, dann wurde er schwarz/weiß, letztlich fast ausschließlich weiß. Der Beginn der neuen revolutionären Musikrichtung lag in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Interpreten waren Farbige. Und der Rock´n´Roll hieß noch Rhythm & Blues. Dieser Rhythm & Blues der Schwarzen war das peppige Gegenstück zum meist schlafmützigen Country der Weißen.
Den Durchbruch des Begriffs „Rock´n´Roll“ erfuhr die Musik dann durch einen weißen Disc-Jockey aus Cleveland (Ohio): Alan Freed. Er machte den Slangausdruck der Schwarzen populär, der hier und da schon als Songtitel aufgetaucht war, ohne jedoch große Wellen zu schlagen. Und auch immer öfter bedienten sich weiße Interpreten aus dem musikalischen Angebot der „Negermusik“.
Fast jeder Rock´n´Roller nahm den Song „Tutti frutti“ auf – oftmals mehr schlecht als recht. Heutzutage bringt man diesen Titel mit Elvis oder Peter Kraus in Verbindung; damals erzielte in den USA ein gewisser Pat Boone die besten Verkaufszahlen mit diesem Lied. Nun, das weiße Ohr musste sich erst an die für ihn neuen Klänge gewöhnen. Ursprünglich stammt dieser Evergreen aus der Feder von Little Richard. Doch die neue Musikrichtung verhalf auch den schwarzen Künstlern wie Chuck Berry, Fats Domino oder Bo Diddley zu einer neuen Popularität.
Chris Ebner war viele Jahre in der Chefredaktion von „Rockin´ Fifties“, dem renommiertesten deutschsprachigen Rock´n´Roll-Magazin. Er hat im Bereich Rock´n´Roll und Rhythm & Blues eine der größten unkommerziellen Plattensammlungen der Welt. 1964 gründete er den Star Club in Dortmund und war danach lange Zeit als freier Journalist für die Westfälische Rundschau unterwegs. Im Rahmen dieser Tätigkeit führte er viel beachtete Interviews mit Stars wie Fats Domino, Jerry Lee Lewis, Charlie Gracie, Wanda Jackson und vielen anderen Legenden aus der Rock´n´Roll-Ära. Götz Alsmann, als Piano spielender Entertainer einem Millionenpublikum bekannt, regte er zu seiner musikwissenschaftlichen Doktorarbeit über die Geschichte der Independent-Labels von 1948 bis 1963 an.
Teilnehmerkarten für die Veranstaltung sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862, erhältlich.
Die KulturWerkStadt ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Gruppenführungen (auch wochentags) können bei VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich angemeldet werden (Tel. 05136/1862).