Albert Schrader jr. zum Ehrenortsbrandmeister ernannt

Bei der Ernennung zum Ehrenortsbrandmeister von Dachtmissen bekam Albert Schrader jr. (Mi.) von Alfred Baxmann (l.) auch einen guten Tropfen aus Bordeaux überreicht. Der würde sicherlich auch Hans-Otto Hüsing und Dennis-Frederik Heuer (v.r.) gut schmecken. Foto: Georg Bosse
 
Alfred Baxmann (l.) überreichte Ortsbrandmeister Jörg Neitzel (r.) die Ernennungsurkunde zum Oberlöschmeister. Foto: Georg Bosse

Einsatzkräfte der Feuerwehren haben erhöhtes Krebsrisiko

DACHTMISSEN (gb). Noch bevor die Gäste aus der Burgdorfer Politik und Verwaltung am vergangenen Samstag ihre Grußwort an die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Ortswehr Dachtmissen richten konnten, hatten die anwesenden Kameraden/innen den protokollarischen Höhepunkt schon hinter sich – die Ernennung von Albert Schrader jr. zum Ehrenortsbrandmeister. „Albert Schrader jr. hat mit seiner vorbildlichen Führung die Ortswehr zukunftssicher gemacht“, lobte Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann das rund 20-jährige Engagement des ehemaligen Ortsbrandmeisters. Der amtierende Ortsbrandmeister Jörg Neitzel war wenige Augenblicke zuvor, ebenfalls von Baxmann, zum Oberlöschmeister ernannt worden.
Im Rückblick auf das Einsatzgeschehen 2017 berichteten Neitzel und sein Stellvertreter Jannis Haase von 25 Alarmierungen. „Darunter mussten wir zu sechs Bränden und 14 Hilfeleistungen ausrücken. So sind für die 40 Aktiven, darunter 14 Frauen, alles in allem 4.320 ehrenamtliche Einsatzstunden zusammengekommen“, sagte Jörg Neitzel, der sich in diesem Zusammenhang bei Andreas Bertram von der gleichnamigen Senioren-Residenz für zwei gestiftete Wathosen bedankte.
Rettungskräfte von Feuerwehren haben ein erhöhtes Krebsrisiko. „Moderne“ Feuer sind für die Brandbekämpfer/innen giftiger und krebserregender geworden. „Bei den Einsätzen bewegen wir uns entgegen der Fluchtrichtung“, betonte der Oberlöschmeister. Bei der Zufuhr von Löschwasser kommt es bei der Brandbekämpfung von neuartigen Baumaterialien und Kunststoffen zu einem Cocktail aus verschiedenen Chemikalien. Die betroffenen Feuerwehrleute nehmen diese toxischen und karzinogenen Partikel über ihre Atemwege und über ihre Hautporen auf. Deshalb plädierte Neitzel nachdrücklich für eine „bessere Nachbereitung und Einsatzhygiene“. Beispielsweise durch sofortiges Umziehen und die sichere „Verkapselung“ eventuell kontaminierter Einsatzkleidung.
„“Feuerwehr“ ist eine kommunale Pflichtaufgabe, die ehrenamtlich erledigt wird. Wir brauchen die Menschen, die Verantwortung für das „Wir“ übernehmen. Mir wird bei der gesellschaftlichen Entwicklung mulmig, bei der viele zunehmend nur noch auf den eigenen Vorteil bedacht sind, und bei dem Gedanken an alle besserwisserischen Coach-Potatoes, die mit ihren Smartphones als Gaffer am Unglücksort häufig aggressiv auf die Rettungskräfte reagieren“, prangerte Bürgermeister Baxmann an.
Das „Wir“ stand für die folgend von Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer geehrten Dachtmisser Feuerwehrkameraden schon immer im Vordergrund: Hellmut Kleine jr. (25 Dienstjahre), Bernd Hoppe und Gebhard Schlusche (40 J.) sowie Hans-Otto Hüsing (60 J.). Dieter Brandes wurde für 25 Jahre Fördermitgliedschaft geehrt. Die Ehrennadel der Feuerwehrverbandes (FV) Region Hannover bekamen der wiedergewählte Zeugwart Sven Grimpe und Hans-Heinrich Hoppe.
Ihre Ernennungen erhielten Alexandra Kothe (zur Feuerwehrfrau), Florian Völger (Feuerwehrmann), Maik Kothe und Leonard Horst (Oberfeuerwehrmann). Hellmut Kleine jr. und Bernd Hoppe (1. Hauptfeuerwehrmann) sowie Vize-Ortsbrandmeister Jannis Haase (Löschmeister).