Aktionstag der Amnesty-Ortsgruppe und Erzählcafé des Nachbarschaftstreffs

Zu einem Aktionstag lädt der Nachbarschaftstreff Ostlandring am 16. März ein. (Foto: VVV)

Beiprogramm der Ehrenamts-Ausstellung am 15. und 16. März

BURGDORF (r/jk). Als ein Beitrag zur öffentlichen Würdigung des Ehrenamts in Burgdorf versteht sich das Ausstellungsprojekt „Burgdorf – Hier findet Ehrenamt Stadt! – Vorbilder“, das bis zum 21. April im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zu sehen ist. Die in der Schau portraitierten Persönlichkeiten stammen aus Burgdorfer Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen und repräsentieren die große Bandbreite ehrenamtlichen Wirkens in der Stadt. Um den Besuchern einen umfassenden Eindruck ihres Aktivitätsspektrums zu vermitteln, laden die in der Schau vertretenen ehrenamtlichen Organisationen an den Wochenenden zu Aktionstagen ein, die jeweils sonnabends und sonntags an den Öffnungszeiten des Stadtmuseums stattfinden (14.00 bis 17.00 Uhr).
Am Sonnabend, 15. März, organisiert die von Erika Büchse geleitete Ortsgruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International eine Sonderausstellung. In deren Mittelpunkt steht die von Unrechtsregimen ausgeübte Folterpraxis, die als eine der eklatantesten Verletzungen von Menschenrechten gezielt zur physischen und psychischen Ausschaltung von Regierungskritikern eingesetzt wird. Wie Amnesty International derartige Terrormechanismen anprangert und die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gezielt auf das Schicksal der betroffenen Opfer lenkt, demonstriert die Ortsgruppe am aktuellen Beispiel von Ahmed Mohammad Saleh al-Arab. Der aus dem Königreich Bahrain im Persischen Golf stammende 22-Jährige geriet 2012 als Teilnehmer einer Demonstration erstmals ins Visier der Ermittlungsbehörden, deren Zugriff er sich bis Anfang 2014 entziehen konnte. Seitdem sitzt er ohne jegliche Strafrechtsgrundlage in Untersuchungshaft, bei der er von der Gefängnisverwaltung zahlreiche körperliche Übergriffe zu erdulden hatte. Neben diesem hervorgehobenen Fall gewährt die Sonderausstellung weitere Einblicke in die Tätigkeitsausrichtung der Amnesty-Ortsgruppe und zeigt, welche Erfolge der Kampf um die Menschenrechte bisher aufzuweisen hatte. Interessierte Besucher haben die Möglichkeit, sich an die Mitglieder der Ortsgruppe zu wenden und weitere Informationen zu erhalten.
Der Nachbarschaftstreff am Ostlandring übernimmt den Aktionstag am Sonntag, 16. März, und lädt die Besucher zu einem Erzählcafé ein. Bei Kaffee und Kuchen gibt es eine offene Gesprächsrunde mit Lydia Balabko, die den Nachbarschaftstreff in der Ausstellung vertritt, und weiteren Vertretern der Gruppe, die im letzten Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feierte. Als Integrationsmedium nimmt der von Barbara Martens koordinierte Nachbarschaftstreff mittlerweile eine wichtige Rolle im Zusammenleben der in Burgdorf vertretenen Kulturkreise an. Dabei leistet er einen nachhaltigen Beitrag zur gleichwertigen Akzeptanz aller Menschen, die ihre Heimatländer verlassen haben und in der Stadt ein neuen Lebensmittelpunkt fanden. Die Vertreter der internationalen Begegnungsstätte berichten, welche Erfahrungen sie im Verlauf dieses Zusammenfindungsprozesses gemacht haben und welchen persönlichen Stellenwert sie ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Kulturvermittler zumessen.