Agrarreform auch Chance zur Stärkung des Argrarwesens

Marc Krull aus Otze wurde als ein Sieger im Leistungspflügen 2011 von Heinrich Blume (v. li.) ausgezeichnet. (Foto: Georg Bosse)

Rebecca Harms zu Gast bei der Landvolk-Kreisverbandsversammlung in Burgdorf

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Einen Tag vor Ende der Internationalen Ausstellung für Landwirtschaftstechnik „Agritechnica Hannover“ hatte der Landvolkkreisverband Hannover in der zurückliegenden Woche zu seiner Versammlung in das hiesige Veranstaltungszentrum (VAZ) nach Burgdorf eingeladen. Rund 120 Gäste, darunter die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther, Sehndes Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke sowie das Oberhaupt der gastgebenden Stadt Burgdorf, Alfred Baxmann, sahen mit respektablen Erwartungen dem Vortrag „Wir müssen Landwirtschaft neu denken!“ von Rebecca Harms (Bündnis`90/Grüne) entgegen. Die Politikerin ist Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament und mit der EU-Agrarpolitik in Brüssel bestens vertraut.
Zu Beginn der Veranstaltung erklärte der Vorsitzende des Landvolkkreisverbandes, Heinrich Blume, dass bereits 47 Prozent der Nutzflächen in der Region Hannover unter Natur-, Umwelt- und Wasserschutz gestellt seien. „Wenn weitere sieben Prozent der Ackerflächen stillgelegt werden, geht das ganz klar mit minus 10,5 Millionen Tonnen auf Kosten der Getreide-/Weizenproduktion in der EU. Und das ist mit Hinblick auf eine ständig wachsende Weltbevölkerung, die ernährt werden muss, nicht zu vertreten“, sagte Blume in Richtung Rebecca Harms, dem auch die Agrarförderung große Sorgen macht. Anschließend zeichnete Blume den Otzer Marc Krull aus, der bei den Kreis- und Landesentscheiden 2011 im „Beetpflügen“ jeweils als Sieger hervorgegangen war.
Während Angelika Walther in ihrem Grußwort betonte, dass das äußere Erscheinungsbild der Region Hannover von der Landwirtschaft geprägt sei, gab Alfred Baxmann für Burgdorf und seine Ortschaften ein Bekenntnis für den Erhalt der dörflichen Strukturen mit funktionierenden landwirtschaftlichen Betrieben ab. „Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kommune. Die Botschaft lautet: Gesunde Höfe = gesunde Dörfer“, plakatierte Baxmann.
Rebecca Harms sieht Niedersachsen mit seiner erheblichen landwirtschaftlichen Produktion durch die gemeinsame EU-Agrarreform mit Herausforderungen konfrontiert, die allerdings auch Chancen zur Stärkung des bäuerlichen Agrarwesens beinhalten.
Interessierte, die sich vor Ort ein Bild vom Ackerbau und der Feldbestellung sowie von Tierhaltung und Viehwirtschaft machen möchten, erhalten dazu am Sonntag, 17. Juni 2012, eine gute Gelegenheit. Denn dann heißt es: „Tag des offenen Hofes“.