Abschlussfest der R(enten)-Tour des DGB

Abschlussfest der bundesweiten DGB-Rentenkampagne am 23. September 2017 auf dem Rathausplatz in Lehrte.

Kundgebung am 23. September 2017 auf dem Rathausplatz Lehrte

LEHRTE (dno). Ob es „99 Luftballons“ sind, die sich auf den Weg von Lehrte nach Berlin machen, wissen die Organisatoren natürlich noch nicht. Aber, dass es einen würdigen Abschluss zur R(enten)-Tour des DGB`s gibt, das ist gewiss. Und so lädt der DGB Lehrte am 23. September 2017 von 14 Uhr bis 20 Uhr alle Lehrter/innen zu einem Fest mit Kundgebung ein. Einen Tag vor den Wahlen wird auf dem Rathausplatz noch einmal für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik geworben. Mit zahlreichen Aktionen wie Eierlauf, Dosen werfen oder Kinderschminken ist auch für die jüngsten Gäste bestens gesorgt.
Denn, „Rente geht uns alle an – früher oder später“, so der DGB Lehrte. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Bläserklasse 8e des Gymnasiums Lehrte, der DGB-Chor und Country Barde Digger Barnes, Thorsten Stelzner bietet bissige politische Satire. Moderiert wird die Veranstaltung von Lea Arnold.
Höhepunkt wird der Luftballonstart in Richtung Berlin sein. Hier sind alle Besucher/innen eingeladen, ihre „Rentenwünsche“ per Luftpost in die Hauptstadt zu schicken. „Auch unsere Renten-Ente, das Kampagnenauto, wird vor Ort sein“, erklärt Organisator Thomas Domke, vom DGB Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt. Ebenso ist ein Tauziehen geplant, bei der „um eine gute Rente gerungen wird“.
Natürlich kommen auch Informationen und Aufklärung zur Kampagne auf dem Tour-Highlight nicht zu kurz. Denn die Angst vor Altersarmut ist groß. Zu Recht, wenn man den Zahlen und Worten der Gewerkschafter folgt. „Viele Millionen, der heute erwerbstätigen Menschen, werden spätestens im Jahr 2050 vom sozialen Abstieg betroffen sein“, erklärt Reinhard Nold, Vorsitzender des DGB-Ortskartells Lehrte.
In Niedersachsen und somit auch in Lehrte erhielten Männer durchschnittlich 1.105 Euro Altersrente. Inflationsbereinigt sei die Rente somit rund 71 Euro niedriger als im Jahr 2005. Frauen erhielten derzeit sogar nur etwa 575 Euro Altersrente und lägen damit deutlich unter der so genannten Armutsgefährdungsschwelle für Ein-Personenhaushalte in Niedersachsen von derzeit 930 Euro. In den letzten Jahren ist die Armutsgefährdungsgrenze von niedersächsischen Rentner/innen und Pensionär/innen von 11,6 Prozent auf 17,2 Prozent gestiegen.
DGB und verd.di wollen daher die gesetzliche Rente stärken. „Wir müssen erst einmal das weitere Absinken des Rentenniveaus stoppen, die 48 Prozent stabilisieren und dann in einem weiteren Schritt wieder anheben“, so Nold. Weiterhin wird die Einführung einer solidarischen Mindestrente von 1050 Euro netto gefordert sowie die Einführung einer Erwerbstätigen-Rente, in die ALLE Beschäftigten einzahlen.