„Aber das Leben geht weiter....“

Die im Film mitwirkenden Frauen: v.l. Gabriela Matniszewska, Ilse Kaper, Edwarda Zukowska, Hertha Christ und Karin Kaper. (Foto: Stadt Burgdorf)

Ein Film über Flucht, Vertreibung und Neubeginn

BURGDORF (r/jk). Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Burgdorf, Petra Pape, und die Neue Schauburg laden am 4. September ab 19.00 Uhr zu einer einmaligen Sonderveranstaltung in das Kino ein. In Anwesenheit der Regisseurin Karin Kaper wird der Film „Aber das Leben geht weiter“ gezeigt. Zu sehen ist ein bewegender Film über den Verlust der Heimat aus dem Blickwinkel persönlich betroffener Frauen. Ein warmherziger und ruhiger Film, der auf jede Gewaltdarstellung verzichtet.
Drei polnische und drei deutsche Frauen aus mehreren Generationen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, setzen bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung.
Ein Film über Heimat, Krieg, über das Überleben in der Fremde, darüber wie die große Geschichte in das Dasein der Menschen hineinblitzt und die Lebensbahnen durcheinanderwirbelt.
Der Film ergänzt die Ausstellung im Stadtmuseum, die am 25. August zu Ende geht. Er berücksichtigt nicht nur die erschütternden Vorkommnisse in den Kriegswirren bis zur endgültigen Vertreibung der deutschen Familie aus ihrem niederschlesischen Dorf Niederlinde im Sommer 1946, er wirft auch ein Licht auf die Entwicklungen der Nachkriegszeit sowie spätere Jahrzehnte bis heute.
Dem Schicksal der Deutschen aus Niederlinde, die später in Bremen und Umgebung eine zweite Heimat fanden, wird das der polnischen Familie gegenübergestellt, die ihrerseits 1940 von der sowjetischen Armee aus Ostgebieten Polens nach Sibirien verschleppt wurde. Nach einer unglaublichen sogar bis Kirgistan führenden Odyssee bekam sie im Sommer 1945 den Hof der Deutschen zugesprochen.
Das ehemalige Niederlinde heißt heute Platerówka und liegt 25 Kilometer von Görlitz entfernt.