96 erwartet gegen den St. Pauli eine volle HDI-Arena

Werner Babbel aus Lehrte gewinnt zwei Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Spätestens seit dem 2:0 (0:0)-Sieg von Hannover 96 am Sonntag vor 26.100 Zuschauern in der Allianz-Arena beim TSV 1860 München ist für die Anhänger von Hannover 96 die Welt „fast“ wieder in Ordnung. Zwar sind die „Roten“ mit 14 Punkten wieder Tabellenzweiter, doch ist es den eingefleischten 96-Anhängern ein Dorn im Auge, dass vor ihnen als Tabellenführer ausgerechnet mit vier Punkten Vorsprung der Erzfeind Eintracht Braunschweig liegt.
Doch geben 7 Punkte aus der englischen Woche mit den Spielen bei Arminia Bielefeld (3:3), Karlsruher SC (1:0) und TSV 160 München (2:0) zu der Hoffnung Anlass, dass die Roten ihre leichte Formkrise überwunden haben. Allerdings sollte bei aller Euphorie nicht vergessen werden, dass es sich bei den zuletzt genannten Mannschaften allesamt um Gegner handelte, die derzeit einen Platz im unteren Drittel der 2. Liga einnehmen.
Mit dem FC St. Pauli Hamburg stellt sich am kommenden Sonnabend, 1. Oktober, bereits von 13 Uhr an in der hannoverschen HDI-Arena allerdings eine Mannschaft vor, die sich durch einen Sieg im Montagabendspiel bei 1. FC Union Berlin (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) auf den 11. Tabellenplatz verbessern könnte. Daher darf man gespannt sein, zu welcher Leistung die Paulianer an der Alten Försterei und auch bei den 96ern in der Lage sind.
Erfahrungsgemäß reist der Kiez-Klub immer mit einer großen Anhängerschar an, die von Beginn an ihre Mannschaft lautstark unterstützen werden. Daher ist am Sonnabend eine stimmungsvolle Kulisse in der wohl fast ausverkauften HDI-Arena garantiert. Nicht nur für den früheren 96er Christopher Avevor, sondern auch für den zentralen Mittelfeldspieler Christopher Buchtmann wird es auch eine Rückkehr in die Heimat bedeuten. Der 24-jährige Ex-Jugendspieler aus Tündern kam über FC Liverpool und FC Fulham als Herrenspieler zum 1. FC Köln, bevor er nun seit vier Jahren beim Kultklub vom Millerntor zu den Leistungsträgern gehört.
Bis zum Spiel am Montag bei den „Eisernen“ in Berlin wartet die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen nach drei Spielen allerdings noch immer auf den ersten Auswärtssieg. Zu allem Überfluss wird St. Pauli in Hannover aller Voraussicht nach auf seinen Abwehrchef Lasse Sobiech verzichten müssen, gegen den die Sportgerichtsbarkeit des DFB am gestrigen Dienstag aufgrund von Fernsehaufzeichnungen ermittelte, da der Pauli-Spieler im Spiel gegen 1860 München den 60er-Spieler Jan Mauersberger hinter dem Rücken des Schiedsrichters getreten hatte, was im Nachhinein zu einer Sperre durch den TV-Beweis führen könnte.
Hannover 96 überraschte in München nicht nur in einem Geduldsspiel mit zahlreichen Torchancen, sondern auch mit einer Anfangsaufstellung, mit der außer Trainer Daniel Stendel wohl kaum einer gerechnet hatte. So vertraute der 96-Coach der Formation, die den Karlsruher SC mit 1:0 besiegen konnte, was zur Folge hatte, dass von den neun Neuzugängen nur Stefan Strandberg und Marvin Bakalorz in der Anfangsaufstellung Berücksichtigung fanden. Im Klartext bedeutete dies aber auch, dass neu verpflichtete Spieler wie Florian Hübner (SV Sandhausen), Mike Steven Bähre (Hallescher FC) und Niclas Füllkrug (1. FC Nürnberg) gar nicht zum Einsatz kamen, während der vom FC St. Pauli geholte Spielmacher Sebastian Maier (82.) sowie der vom VfB Stuttgart gewechselte Martin Harnik in der 59. Minute für Artur Sobiech wenigstens eingewechselt wurden.
Österreichs Nationalspieler Martin Harnik bedankte sich dann auch in der 87. Minute für das Vertrauen seines Trainers, indem er nach einem Konter mit seinem Treffer zum 2:0 für die endgültige Entscheidung sorgte, nachdem bereits in der 67. Minute Kenan Karaman mit einem Kopfball nach einer Ecke von Iver Fossum für die 1:0- Führung der 96er gesorgt hatte, die nach dem Spiel von ihrem Trainer mit zwei trainingsfreien Tagen belohnt wurden, was einige 96- Spieler noch zu einem Besuch auf die Wiesn beim Münchener Oktoberfest nutzten.
Lag es an dem kurzfristigen Einsendeschluss, dass diesmal nur 163 Teilnehmer/innen an unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel teilnahmen? Zu allem Überfluss traute zudem auch kein „Experte“ den „Roten“ einen 2:0-Sieg zu – aber immerhin über die Hälfte tippte wenigstens auf einen „Dreier“ in München, die dann allesamt in die Verlosung kamen. Per Zufallsgenerator wurde Werner Babbel aus Lehrte als Gewinner der beiden Sitzplatz-Tickets gegen den FC St. Pauli ermittelt, der die 96er in München mit 2:1 vorne sah.