50 Jahre Élysée-Vertrag - Jazzen wie Gott in Frankreich

Ihre Musikshow im Johnny B. garnierten „Die Roten Bohnen“ mit Gags und Pantomime. (Foto: Georg Bosse)

Weiberfastnacht mit den formidablen „Les Haricots Rouges“

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Vor 50 Jahren begründete der Élysée-Vertrag die Aussöhnung zwischen den früheren „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich. Bei verschiedenen Festakten und Veranstaltungen in beiden Ländern wurde in diesen Tagen die überragende Bedeutung dieses Abkommens gewürdigt, dass heute den Rahmen für eine „tiefe Freundschaft“, so Kanzlerin Merkel, bildet. Und während die deutsche Fußballnationalelf im Pariser „Stade de France“ ihren ersten Sieg (2:1) seit 78 Jahren im Nachbarland gegen „Les Bleus“ feierte, war die französische Comedy-Jazzband „Les Haricots Rouges“ an vergangener Weiberfastnacht in Burgdorf.
„Der Jazzfreunde Altkreis Burgdorf ist hier der einzige Kulturverein, der aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages Künstler aus Frankreich zu Gast hat. Darüber sind wir sehr glücklich“, erklärte Jazzfreund Paul Rohde dem erwartungsfrohen Publikum, darunter Französischschüler vom Gymnasium Uetze, im gut besuchten Bühnensaal des Burgdorfer Jugendkulturzentrums Johnny B. Ermöglicht wurde die nicht immer todernste Bühnendarbietung dieser formidablen Formation durch die finanzielle Unterstützung der Stadtsparkasse Burgdorf und der örtlichen Stadtwerke.
Melodien aus New Orleans, Rhythmen aus der Karibik und ein Hauch Pariser Revue, das sind „Les Haricots Rouges“ (Die Roten Bohnen), Frankreichs populärste Jazzgruppe. Ihre brillante Mischung aus kreolischem Hot-Jazz, lateinamerikanischen Rhythmen und swingenden Chansons macht(e) das Sextett zu einem Gesamtkunstwerk aus Musik, kabarettistischen Einlagen und charmant-frivoler Show. Dabei durfte natürlich auch nicht das weltberühmte „La vie en rose“ (Das Leben in Rosa) fehlen, dass die französische Sängerin Edith Piaf (1915-1963) zum Riesenerfolg machte.
Dass „Les Haricots Rouges“ seit vielen Jahren ein heißer Tipp unter den Freunden des amüsementvollen Dixieland- und New-Orleans-Jazz und zu den besten Bands in Europa zu zählen sind, stellten Pierre Jean (tp/p/voc.), Guy Bonne (cl.), Christophe Deret (tb/voc.), Alain Huguet (bs/voc.), Norbert Congréga (bjo/voc.) und Michel Sénamaud (dr/voc.) in Burgdorf eindrucksvoll unter sicht- und hörbaren Beweis. So sind „Die Roten Bohnen“ einzigartig in der internationalen Jazzszene.