200 Jahre Fahrrad im Norden

Gerhard Rickert von den Mobilen Welten e.V. zeigt 200 Jahre Fahrradgeschichte im Norden.

Sonderausstellung im Hannoverschen Straßenbahn-Museum

SEHNDE/WEHMINGEN (dno). Noch bis zum 3. Oktober 2017 lädt das Hannoversche Straßenbahn-Museum (HSM) in Sehnde zu einer Sonderausstellung ein. Der Verein Mobile Welten e.V. zeigt im Kesselhaus die Geschichte von „200 Jahre Fahrrad im Norden“. Über 100 Modelle geben auf zwei Etagen einen Einblick in eine Mobilität, die bis heute jede Generation begeistert und zum Tüfteln angeregt hat.
Der Verein Mobile Welten e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Radfahrgalerie Burgdorf, dem IFA Museum Nordhausen und dem Fahrzeugmuseum Chemnitz zahlreiche Fahrräder zusammengetragen, die die Entwicklung von Laufmaschine bis Urban Bikes zeigen.
Im Erdgeschoss finden sich die ältesten Modelle vom Hochrad aus dem Jahr 1885 über Sicherheitsräder bis hin zum Halbrenner Panzer-Fahrrad-Fabrik Hermann Prenzlau aus dem Jahre 1910.
Das älteste Rad ist die „Laufmaschine“ aus dem Jahr 1817 von Christian Ludwig Drais von Sauerbronn, dessen Erfindung als Geburtsstunde des Fahrrades gilt. Das sogenannte Karlsruher Modell war nur kurzzeitig populär und geriet schnell aus der Mode. Der Erfinder Drais starb 1851 verarmt und vergessen. Danach1868 entwickelte sich das Fahrrad weiter und die Tretkurbeln wurden erfunden. Mit dem Knochenschüttler kam das erste „Tretkurbelvelociped“ auf dem Markt – hier war der Name Gesetz und das Fahrrad fahren war nur bedingt ein Vergnügen.
Das Niederrad mit geschweiftem Rahmen aus dem Jahr 1890 galt als erstes Sicherheitsrad, da, im Gegensatz zum Hochrad, die Übersetzung nun eine Kette übernahm. Am ausgestellten Exponat verblüffen die Rasten an der Gabel. „Hier ließen sich die Füße ablegen wenn es bergabwärts ging“, erklärt Gerhard Rickert, Beisitzer Vorstand Mobile Welten e.V.„Der Freilauf war noch nicht erfunden!“
Auch die Militärräder um das 19. Jahrhundert hatten ihre ganz besondere Funktion – bei Bedarf konnten sie zusammengeklappt und über die Schulter geworfen werden.
Das Obergeschoss gliedert sich in verschiedene Themen wie Alltag, Transport oder auch Freizeit. Hier finden sich beispielsweise die klassischen Fluchträder oder auch das unvergessene Bonanza Rad mit ausgeprägtem Lenker und Fuchsschwanz. Auch den Themen „Räder aus Nordhausen“, den Rädern aus der Region Hannover oder Designstudien wendet sich die Ausstellung. Radrenner dürfte das Herz aufgehen beim Anblick des Rahmens von Lance Armstrong, mit dem er die Tour de France 1999 bestritt!